05. August 2026

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Notfallausbaggerung des Tapajós-Flusses in Brasilien abgewendet

Teilerfolg Tapajos

In Brasilien haben Leader:innen Indigener Gemeinschaften Präsident Lula davon überzeugt, eine von der brasilianischen Agrarindustrie geforderte Notfallausbaggerung des Tapajós-Flusses zu verbieten. Sie legten an einem Treffen mit der Bundesregierung und der Agrarindustrie Ende Juli eine Studie vor, welche die massiv unterschätzen Risiken einer Ausbaggerung für die betroffenen Gebiete verdeutlicht. Präsident Lula folgte den Argumenten der Indigenen Gemeinschaften.

Das Wetter-Phänomen El Niño ist dieses Jahr besonders stark ausgeprägt und führt zu extremer Trockenheit. Die Wasserpegel der Amazonasflüsse sind so tief, dass die Schifffahrt, insbesondere für grosse Frachter, bald eingeschränkt sein könnte. Um dem entgegenzuwirken, forderte die Agrarindustrie die brasilianische Bundesregierung auf, eine Notfallausbaggerung zuzulassen bei der, gemäss Medienberichten, eine Million Kubikmeter Sedimente entfernt werden sollten, um den Schiffsverkehr weiterhin gewährleisten zu können.

Vertreter:innen Indigener Gemeinschaften, die von den Ausbaggerungen betroffen wären, argumentierten gegen das Vorhaben und konnten es verhindern: Sie legten der Regierung eine Analyse vor. Wie CNN Brasil berichtet, machten sie darin auf die Risiken des Ausbaus der Handelsroute für Fischerei, den Tourismus, heilige Stätten Indigener Gemeinschaften das Fortpflanzungsgebiet der Tiere, aber auch der Gesundheit der ansässigen Gemeinschaften aufmerksam. Die Analyse kommt zum Schluss, dass die vorgesehenen Massnahmen eine Vertiefung und Verbreiterung des Schifffahrtskanals abzielt und nicht auf die reine Entfernung der natürlich abgelagerten Sedimente.CNN Bresil berichtet weiter, dass Präsident Lula von den Vertreter:innen der Flussgemeinschaften aufgefordert wurde, angesichts der Klimakrise Massnahmen zur Ernährungssicherheit der Indigenen Gemeinschaften zu gewährleisten und Notfallpläne für Extremereignisse zu erarbeiten.

Bereits Anfang Jahrhaben Indigene Gemeinschaft erfolgreich Widerstand gegen die Flussausbaggerung geleistet: Während mehr als dreissig Tagen hatten Indigene Gemeinschaften aus Pará das Gelände von Cargill – einer der weltweit grössten Exporteure von Soja – in Santarém besetzt. Sie hatten die Rücknahme des Dekrets Nr. 12.600/2025, das Abschnitte der Flüsse Tapajós, Tocantins und Madeira privatisieren wollte, gefordert. Das Dekret sah vor, den Ausbau von Schifffahrtskanälen für den Transport von landwirtschaftlichen Gütern zu priorisieren und wirtschaftliche Projekte anzutreiben. Ende Februar gab die Regierung Lula die komplette Aufhebung des Dekrets bekannt. An den Protesten waren rund 17 Indigene Gemeinschaften beteiligt, darunter auch Partnerorganisationen von Voices.

Bild: Präsident Lula (dritter v.links) neben CITUPI Koordinator Gilson Tupinambá (vierter v. links) anlässlich eines gemeinsamen Treffens im Juli 2026./ Foto: CITUPI

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