28. Mai 2026

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Voices veröffentlicht Bericht zu Bauxit-Mine im Amazonas und fordert Glencore auf, zu handeln

Visuelle Aktion von Voices an der Generalversamlung von Glencore (Zug, Schweiz) zu den MRN Minen in Brasilien. Zug, 28. Mai 2026. Foto: Jojo Schulmeister / Voices

An der heutigen Generalversammlung (AGM) des Rohstoffkonzerns Glencore macht Voices mit einer visuellen Aktion vor dem Theater-Casino in Zug auf einen neu veröffentlichten Bericht aufmerksam. Dieser zeigt, dass die Risiken eines Dammbruchs bei der Bauxit-Mine Mineração Rio do Norte (MRN) im brasilianischen Amazonas unterschätzt werden.

Foto: Jojo Schulmeister / Voices

Glencore ist mit 45 Prozent Aktionär von MRN. Bei der AGM fragt Anna Leissing, Geschäftsführerin von Voices (ehemals Gesellschaft für bedrohte Völker): «Was hat Glencore als Aktionär bisher unternommen für die Sicherheit der Dämme und der Menschen bei der Bauxit-Mine der Firma MRN im Amazonas?»

Die drei Flussgemeinschaften Saracá, Boa Nova und Macedonia wohnen unterhalb der Rückhaltebecken der Bauxit-Mine der Firma Mineração Rio do Norte (MRN). Bei der Förderung des Rohstoffes, aus dem Aluminium gewonnen wird, entstanden bisher 136,8 Millionen Kubikmeter Bergbauabfälle, die in riesigen Becken hinter rund 30 Dämmen lagern. Ein Bruch könnte katastrophale Folgen für Mensch und Umwelt haben. Die Gemeinschaften fühlen sich schlecht informiert, was die Sicherheit der Dämme anbelangt.

2025 betonte MRN gegenüber Voices, die Anlagen entsprächen den gesetzlichen Vorgaben. Weil bisher kein unabhängiger Bericht in Aussicht gestellt wurde, hat Voices den Damm-Experten Dr. S.H. Emerman mit einer Analyse auf Basis von öffentlich zugänglichen Dokumenten beauftragt. Dessen Ergebnisse sind nicht gerade beruhigend:  «Nach dem Studium der verfügbaren Dokumente lautet meine Einschätzung: Das Risiko für die Flussgemeinschaften wird unterschätzt, und es wird zu wenig zu ihrem Schutz unternommen», bilanziert Experte Emerman.

Umstrittene Bauweise

Während MRN in den analysierten Dokumenten zwei Dämme mit der als riskant geltenden Bauweise «stromaufwärts» ausweist, wurden laut dem neuen Bericht zusätzlich 13 aktive Dämme mit grosser Wahrscheinlichkeit so gebaut. Diese Bauweise ist seit 2019 bei neuen Dämmen in Brasilien verboten. Emerman empfiehlt, die Dämme richtig zu identifizieren und sie wenigstens zu stabilisieren.

Glencore betonte Ende 2025, sie sei «Minderheitsaktionärin und betreibe oder kontrolliere die Anlage nicht». Man engagiere sich jedoch «über den Verwaltungsrat und verschiedene Verwaltungsausschüsse, um das Management in seinen Bemühungen zu unterstützen, best practices anzustreben.» Betreffend den neuen Bericht habe man die  Einschätzungen von Dr. Emerman zur Kenntnis genommen und an MRN weitergeleitet.

Voices und die Partnergemeinschaften fordern Glencore deshalb auf, Massnahmen zu ergreifen, damit MRN

  • Transparenz zur Bauweise der Dämme herstellt
  • die Sicherheit der Dämme verifiziert und unabhängig überprüfen lässt
  • mit den betroffenen Flussgemeinschaften Notfall- und Evakuierungspläne erarbeitet, mögliche Risiken für die Betroffenen einbezieht und konkrete Massnahmen wie Notfallübungen ausarbeitet

Video: Voices an der Glencore-Generalversammlung in Zug

Visuelle Aktion

Zur Untermauerung der Forderungen führt Voices vor dem Eingang zur Generalversammlung eine visuelle Aktion durch:

Ein Banner zeigte die idyllische Landschaft der Dörfer, daneben eine mit KI erstellte Version des gleichen Dorfes, das von einer Schlammlawine erfasst wurde.

Jetzt Forderungen unterschreiben!

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