10. November 2025
News
Klimakonferenz 2025 in Belém: Nicht ohne Indigene Stimmen!
Heute hat in der brasilianischen Amazonas-Metropole Belém die 30. Uno-Klimakonferenz begonnen. Durch diesen Standort erhält auch der Schutz des Amazonas-Regenwalds zusätzliche Bedeutung. Die Stimmen der Indigenen Gemeinschaften müssen dabei gehört werden, fordert Vinícius Brito da Silva Machado, Berater von Voices.
Um die Ziele der internationalen Klimapolitik zu erreichen – die Erderwärmung und den CO2-Ausstoss massiv zu reduzieren und den Klimawandel positiv zu beeinflussen-, ist der Erhalt der Regenwälder dringend nötig. In der Amazonas-Metropole Belém wird dieses Jahr darum auch diskutiert, wie die Regenwälder, allen voran der Amazonas als weltweit grösstes Biodiversitätsreservat, erhalten werden können. Im September dieses Jahres gründeten Amazonas-Staaten darum ein internationales Kooperationszentrum zur Bekämpfung von Umweltkorruption zum Schutz des Regenwaldes.Doch allein schon in Brasilien ist die Herausforderung immens. Vinícius Brito da Silva Machado ist Brasilien-Berater für Voices. Ohne Einbezug und Mitsprache der Indigenen Gemeinschaften sei der Amazonas nicht zu retten, sagt er im Interview.
Was sind die Hoffnungen der Indigenen Gemeinschaften in Brasilien für die COP 30?
Diese Klimakonferenz ermöglicht tatsächlich eine breitere Beteiligung der Indigenen Gemeinschaften. Sie präsentieren ihre zentralen Themen an der COP und sprechen etwa über die Bedeutung, ihre Territorien zu demarkieren, selbst zu verwalten und damit dem höchsten Schutzstatus in Brasilien zu unterstellen. In Brasilien laufen schätzungsweise 800 entsprechende Verfahren. Gleichzeitig hat das konservative Parlament neue Gesetze verabschiedet, welche diese Territorien und die Rechte der Indigenen in Frage stellen. Die Indigenen Gemeinschaften fordern Anerkennung ihrer Territorien, den Stopp zerstörerischer Megaprojekte und die Anerkennung ihres Wissens.
Wie kann die internationale Gemeinschaft von Indigenem Wissen lernen?
Eine wachsende Zahl empirischer Belege deutet darauf hin, dass abgegrenzte, demarkierte Indigene Gebiete im Vergleich zu Gebieten ausserhalb solcher Territorien geringere Entwaldungsraten und einen höheren Anteil an gesundem Wald aufweisen, selbst in Regionen mit starkem wirtschaftlichem Druck. Diese Ergebnisse stützen die These, dass die Abgrenzung und der Schutz von Territorien in Verbindung mit Selbstbestimmung entscheidende Instrumente für Naturschutz und Klimagerechtigkeit sind.
Was würde für Sie der Erfolg der COP bedeuten?
Damit die COP erfolgreich ist, wäre die echte Beteiligung Indigener und traditioneller Gemeinschaften unerlässlich, nicht nur aus Brasilien, sondern aus der ganzen Welt. Es ist notwendig, dass ihre Forderungen berücksichtigt werden und dass die internationale Gemeinschaft ihre Lösungsvorschläge beachtet. In einem Satz: Gemeinsam mit den Indigenen Gemeinschaften haben wir eine Chance, ohne sie geht der Wald in Flammen auf.
Warum betrifft die Zukunft des Amazonasgebiets auch die Menschen in der Schweiz?
Ein zerstörter Wald hat Auswirkungen auf den gesamten Globus, ebenso haben nachhaltige Produktionsformen positive Effekt auf globaler Ebene. Somit bleibt der Amazonas ein zentraler Schauplatz im Kampf gegen den Klimawandel.
Vinícius Brito da Silva Machado ist Rechtsanwalt, Anthropologe und Berater von Voices in Brasilien.
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