22. September 2026

Medienmitteilung

Wer sich an der Uno engagiert, ist vor russischer Repression nicht sicher

Anlässlich der 63. Session des Uno-Menschenrechtsrates präsentierte die Uno-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in Russland, Mariana Katzarova gestern ihren neuen Bericht. Darin zeigt sie auf, wie die russische Regierung Transnationale Repression als Fortsetzung der strukturellen Repression innerhalb des Landes einsetzt. Indigene Organisationen und Aktivist:innen sind in besonderem Mass von Repression und Kriminalisierung betroffen, wie Olga Kostrova, Indigene Aktivistin in ihrem Statement vor dem Menschenrechtsrat berichtete. Gefährdet ist auch, wer sich an der Uno engagiert.

«Wir sind zutiefst besorgt über die Kriminalisierung Indigener Menschenrechtsverteidiger:innen in der Russischen Föderation», sagte die Indigene Aktivistin Olga Kostrova gestern während ihrem Statement am Uno-Menschenrechtsrat in Genf. Die Menschenrechtsverteidigerin aus Sibrien musste nach einer koordinierten Aktion der russischen Behörden gegen Indigene Aktvist:innen am 17. Dezember 2025 ihre Heimat verlassen. Sie setzt sich nun aus dem Exil weiter für die Rechte Indigener Völker in Russland ein.

Unsicherheit im Exil

Doch wie der Bericht der Uno-Sonderberichterstatterin Mariana Katzarova zeigt, sind Menschenrechtsverteidiger:innen aus Russland auch im Exil nicht sicher vor Repression. Katzarova stellt seit Beginn des Russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine «dramatische Intensivierung» dieser Transnationalen Repression fest. Ein Beispiel dafür sind Repressalien gegenüber Aktivist:innen, die bei internationalen Mechanismen Menschenrechtsverletzungen kritisieren. Es drohen beispielsweise Überwachung und Angriffe im digitalen Raum bis zu physischenAngriffen. In Staaten mit denen Russland gute Beziehungen pflegt, müssen Aktivist:innen mit Auslieferung aufgrund konstruierter Vorwürfe rechnen, was ein konstantes Klima der Angst schafft.

Katzarova beschreibt Transnationale Repression als gezielte und systematische Strategie der Russischen Föderation, die eng verknüpft mit dem repressiven System innerhalb des Landes sei. Das Ziel sei kritische Stimmen zum Verstummen zu bringen: «Transnationale Repression spiegelt die innerstaatlichen Massnahmen wider, erweitert und verstärkt sie», schreibt Katzarova in ihrem Bericht.

Sogar die Arbeit an der Uno ist gefährlich

Die Verhaftung der Indigenen Aktivistin Daria Egereva im Dezember 2025 muss gemäss Olga Kostrova als eine Konsequenz ihres Engagements innerhalb von Uno-Mechanismen gewertet werden. «Repressalien wegen rechtmässiger Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen sind inakzeptabel», kritisierte Olga Kostrova in ihrem Statement anlässlich der Session des Menschenrechtsrates.

Die Indigene Menschenrechtsverteidigerin Daria Egereva setzte sich seit Jahren international für die Rechte Indigener Völker ein und war Ko-Vorsitzende des Internationalen Forums Indigener Völker zum Klimawandel (IIPFCC). Seit Dezember 2025 sitzen sie und ihre Kollegin Natalia Leongardt in Untersuchungshaft. Den beiden Frauen drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis wegen angeblicher Beteiligung an einer terroristischen Organisation.

Olga Kostrova forderte in ihrem Statement die «unverzügliche und bedingungslose Freilassung von Daria Egereva und Natalia Leongardt» und forderte die russische Regierung auf, «die Kriminalisierung des friedlichen Eintretens für die Rechte Indigener Völker zu beenden.»

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