Kakao statt Gold: Perspektiven für die Yanomami

Seit Jahren steht der Amazonas unter massivem Druck: Nicht nur durch wirtschaftliche Interessen, sondern auch durch illegale Ausbeutung – besonders in der Terra Indígena Yanomami: Dort gefährdet illegaler Goldabbau das Überleben, die Gesundheit und die Lebensgrundlage von über 25’000 Indigenen Menschen. Gemeinsam mit unseren lokalen Partner:innen schaffen wir konkrete Alternativen: Mit Kakaoanbau und traditionellem Handwerk erlangen die Yanomami nachhaltige Einkommen und stärken ihre Selbstbestimmung. Helfen Sie mit, ihre Lebensgrundlagen zu sichern, Menschenrechte zu stärken und den Amazonas zu bewahren.

Bildnachweis: Adriana Duarte Bencomo Bildnachweis: Adriana Duarte Bencomo

Was passiert bei den Yanomami?

Die Terra Indigena Yanomami ist Brasiliens grösstes anerkanntes Indigenes Gebiet und Heimat von rund 27’000 Indigenen Menschen – darunter auch von isolierten Indigenen Gemeinschaften. Lange Zeit mussten die Yanomami ihr Land jedoch mit fast ebenso vielen illegalen Goldgräbern teilen, die in Brasilien als Garimpeiros bekannt sind. Wer sich dem illegalen Raubbau widersetzte, wurde an Leib und Leben bedroht. 

Obwohl die brasilianischen Behörden in den letzten zwei Jahren verstärkt gegen den illegalen Goldabbau vorgegangen sind, bleiben die Yanomami den verheerenden Folgen ausgesetzt: Der illegale Goldabbau führte zu grossflächiger Abholzung und zerstörte die Lebensgrundlage der Gemeinschaften. Ein grosses Problem ist der Einsatz von Quecksilber. das sich in der Umwelt und in der Nahrungskette anreichert und bis zu 100 Jahre lang verbleiben könnte. Das Eindringen der Garimpeiros, die herrschend Not und der Mangel an Alternativen lockte vermehrt auch junge Indigene in das zerstörerische Goldgeschäft.

«Wenn unsere Schokolade auf Nachfrage stösst, motiviert mich das.»

Gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation ermöglicht Voices gut 10’000 Yanomami in acht Regionen echte Alternativen zum illegalen Goldabbau: Kakaoanbau und Korbflechten – Praktiken, die kulturell verankert sind und nun wirtschaftlich tragfähig werden. Die Gemeinschaften bauen lokale Wertschöpfungsketten auf, die von eigenem Wissen getragen und in ihren Dörfern verwurzelt sind. So schützen sie ihr Land selbstbestimmt, statt in zerstörerische Strukturen gezwungen zu werden.

In der nächsten Phase sollen 12 Kakaoproduzenten und 90 Handwerkerinnen gezielte Schulungen erhalten, um ihre Produkte selbstständig herzustellen und zu vermarkten. Die verantwortungsbewussten 90 Frauen mit grossem Wissensfundus werden in Mathematik, Finanzmanagement, Marketing und in der Organisation der Produktion ausgebildet, damit sie langfristig den Verkauf der Korbwaren eigenständig koordinieren können.

Auch die nächste Generation wird im Projekt einbezogen. Die zwölf Jugendlichen lernen alles über den Anbau und die Verarbeitung von Kakao: von der Pflege der Pflanzen bis zur Fermentierung und Lagerung. Als zukünftige Fachpersonen geben sie ihr Wissen in den Gemeinden weiter und stärken so langfristig die Selbstbestimmung vor Ort.

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«Ich liebe dieses Projekt. Wir möchten die Kakao-Produktion wachsen lassen, weiter lernen und ihr Sorge tragen. Wenn unsere Schokolade auf Nachfrage stösst, motiviert mich das.» - Juca Halikatoteli, Lehrer von Halikato und Gruppenleiter von jugendlichen Kakao-Bauern.

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Kinder sind von der Invasion illegaler Goldgräber besonders betroffen. Ein Bericht der UNO schlug 2022 Alarm: 50% der untersuchten Yanomami-Kinder war unternährt. Zwischen 2019 und 2022 wurden mindestens 570 Todesfälle von Kindern aufgrund Unterernährung, Malaria, Lungenentzündung und Parasitenbefall verzeichnet. Foto: Adriana D. Bencomo

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65% der Indigenen Bevölkerung ist jünger als 29 Jahre alt. Leader:innen haben erkannt, dass besonders sie auf alternative Einkommensquellen angewiesen sind. Foto: Adriana D. Bencomo

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Mit 96'000 km2 ist die Terra Indígena Yanomami doppelt so gross wie die Schweiz. Je nach Wetterverhältnis-sen kann das Gebiet sehr unwegsam sein. Infografik: Voices

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Yanomami Frauen teilen und erweitern ihr Wissen über Kakao-Setzlinge an einem Workshop. Foto: Voices

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Zwölf Yanomami-Jugendliche werden in der Kakao-Verarbeitung ausgebildet. Die Arbeit erfolgt gemeinschaftlich, nachhaltig und selbstbestimmt. Foto: Voices

Was es jetzt braucht

Die Yanomami brauchen auch Ihre Unterstützung und Solidarität. Diese leistet nicht nur kurzfristige Hilfe, sondern ist darauf ausgerichtet, langfristige Erfolge und  stabile Wertschöpfungsketten zum Schutz des Amazonas zu ermöglichen. Mit diesem Crowdfunding finanzieren wir die nächste Phase Ausbildungen, Workshops und Material, damit die Yanomami ihre Produktion ausbauen und professionalisieren können.

Mit CHF 95 ermöglichen Sie den Kauf von Ausrüstung wie Gummistiefel oder Werkzeug.

Mit CHF 180 unterstützen Sie die Ausbildung eines jungen Yanomami in der Kakaoverarbeitung von der Fermentierung bis zur Lagerung.

Mit CHF 350 können Projektmanagement-Workshops für zwei Frauen durchgeführt werden. Darin vertiefen die Teilnehmerinnen ihr Wissen in Finanzverwaltung, Mathematik, Marketing und Projektmanagement.

Helfen Sie mit, die Wertschöpfungskette der Yanomami zu stärken und ermöglichen Sie ein Leben mit mehr Selbstbestimmung und eine sichere Lebensgrundlage.

Jede Spende zählt. Vielen Dank für Ihr wertvolles Engagement!

Jede Spende ermöglicht eine Teilnahme an der Verlosung des Kinderbuches «Kayabu – eine Geschichte aus Amazonien» der brasilianischen Autorin Eymard Toledo.